„Wer seinen Wohlstand vermehren möchte, der sollte sich an den Bienen ein Beispiel nehmen. Sie sammeln den Honig, ohne die Blumen zu zerstören. Sie sind sogar nützlich für die Blumen.“


Siddhartha Gautama

Annes Bienen aus dem Münsterland

Als Jungimkerin im westlichen Münsterland habe ich dieses Jahr erste Erfahrungen mit eigenen Bienenvölkern gemacht.

Voller Vorfreude bin ich ins Jahr 2020 gestartet. Der Imkerkurs sollte Ende März beginnen und mich über das ganze Jahr begleiten. Wegen der Corona-Pandemie fand dieser leider nicht statt.

Mein Vater, der schon seit den 80er Jahren erfolgreich imkert, meinte, er hätte noch einen Ableger für mich. Damit sollte ich es einfach probieren. Dank des Lock Down hatte ich dann mehrere Wochen Zeit mich mit den Bienen, der Imkerei und der Anschaffung von allerlei Zubehör zu befassen. Zum Glück konnte ich ja alles im Internet bestellen und legte mit seiner Unterstützung los.

Es war ein spannender Frühling für mich. Bei dem Ableger war in der ersten Zeit keine neue Brut zu sehen: Es fehlte eine Königin! Eine neue Königin konnte ich zu meiner Verwunderung auch im Internet bestellen. Nach einigen Wochen, die ich mit Brutwaben aus einem anderen Volk überbrückte, fing sie an die Zellen zu bestiften. Anfang Juni kam dann noch ein von meinem Vater eingefangener Schwarm hinzu. Diesen transportierte ich in einer Kiste und schüttete ihn in eine zweite Beute … von einem bangen Hoffen begleitet, dass die Königin dies erfolgreich übersteht. Jetzt stehen diese zwei Völker in Segeberger Beuten bei uns im Garten und es sind schon einige Kilo Honig geerntet.

Mal sehen, wie es weitergeht! 

Ein kleiner Einblick in die Geschichte der Imkerei

Das Thema Bienen, Honig und Imkerei ist ein weites Feld und, wie ich finde, sehr interessant. Hier ein kleiner Einblick in die Geschichte der Imkerei:

Die älteste bekannte Darstellung eines menschlichen Honigräubers ist eine Höhlenmalerei bei Valencia in Spanien, die 8.000 bis 12.000 Jahre alt ist. Eine Abbildung davon ist oben zu sehen.

Bienenhaltung gibt es wahrscheinlich erst seit rund 7.000 Jahren. Zumindest gibt es aus dieser Zeit die frühesten Aufzeichnungen aus Zentralanatolien. Auch im antiken Ägypten wurden schon Bienen gehalten. Es gibt einige Hieroglyphen, auf denen Imker dargestellt sind.

Die frühen Imker in Mitteleuropa heißen Zeidler. Der älteste Nachweis eines Zeidlers in Bayern stammt aus dem Jahr 748 und dokumentiert diesen Beruf am Donauufer und in Schwarzach. Der Deutsche Kaiser Karl der Große förderte in dieser Zeit die häusliche Bienenhaltung. Honig war ein Luxusgut, es gab ja noch keinen Zucker. Nur mit Honig ließen sich Süßspeisen, Lebkuchen oder Met herstellen. Doch auch das Wachs war begehrt: für Kerzen in Klöstern und Kirchen.

Die Bienen gehörten dem Kaiser, doch die Nutzungsrechte an ihren Produkten überließ er den Zeidlern. Die Imkerei von damals war aber völlig anders als heutzutage. Viele Bienenstöcke waren nämlich in hohlen Bäumen im Wald untergebracht, bis zu mehrere Meter hoch, mehrere übereinander.

Ab 1660 veränderte sich das Leben der Zeidler drastisch: Rohrzucker aus Südamerika löste den Honig als Süßungsmittel ab. Klöster wurden nach der Reformation aufgelöst, sie brauchten weniger Wachs und statt Met wurde immer mehr Bier gebraut.

Aus Zeidlern wurden Imker. Die Bedeutung der Bienen für die Honigherstellung trat hinter ihre Bestäubungsleistung zurück. Seit 1865 gibt es die Honigschleuder und bewegliche Holzrähmchen mit herausnehmbaren Waben revolutionierten die Imkerei.
(Quelle: www.br.de/wissen/bienen-imkerei-honig-wachs-zeidel-zeidlerei-geschichte-biene-bienensterben-100.html)